Pimp my Terminal – macOS Terminal, iTerm2 & Alacritty

Wir machen uns die Terminal Emulation schöner

Mit MacOS X kam das Terminal. Eine Tool, um auf die Command Line zuzugreifen. Früher mit der Bash-Shell, ab macOS Catalina mit ZSH.

Ich gehe davon aus, dass Du bereits unter Unix, Linux oder Mac mit der Kommandozeile gearbeitet hast.

Somit kennst Du auch die wichtigsten Befehle, wie cdls und co. Vielleicht hast Du auch schon mal dem Editor vi bzw. vim gearbeitet.

Ich möchte Dir mit meiner neuen Blog-Serie helfen, noch mehr aus dem Terminal, der Command-Line und Tools, wie ZSH, VIM, NEOVIM und co. rauszuholen.

Anfangen möchte ich heute mit der Terminal-Anwendung selbst. In den kommenden Beiträgen geht es dann um Tools, wie ZSH, OH-MY-ZSH, ANTIGEN, TMUX, VIM, NEOVIM und co.

Welche Terminal Emulationen verwenden?

Grob kann man sagen, dass drei Terminal-Anwendungen auf dem Mac verbreitet sind:

  1. Terminal
  2. iTerm
  3. Alacritty

Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Zusätzlich erfährst Du wie man alle drei Varianten optisch etwas aufmotzt und produktiver macht.

Nachteile gibt es auch noch weitere für den Mac. Wenn Du noch eine gute Alternative kennst, schreibt doch einfach unten ein Kommentar.

Terminal

Terminal selbst ist auf jedem macOS vorinstalliert und somit solltest Du dies bereits kennen. An sich reicht es für viele Dinge aus. Eigentlich für alles. Ich persönlich starte es zu 99% über die Spotlight-Suche Command + Space und dann die ersten Buchstaben von Terminal. Ansonsten findest Du es unter dem Programmordner Dienstprogramme.

So langweilig kann das Terminal aussehen.
So langweilig kann das Terminal aussehen.

Eigentlich gibt es in Wirklichkeit nicht viel, was gegen das Terminal von Apple spricht.

Es soll langsam sein. Für viele wird das keine Rolle spielen. Wenn Du allerdings innerhalb von Terminal etwas machst, was viel Veränderungen hat, dann kann es den Prozess leicht abbremsen.

Neben der Performance gibt es zwei weitere Gründe für einen Wechsel. Der eine ist, dass Terminal nur 256 Farben unterstützt. Dies ist so kein Problem. Allerdings gibt es immer mehr moderne Anwendungen, wie neovim, die auf True Color als Standard setzen.

Und dann gibt es natürlich noch den Grund, dass Terminal nicht so cool wie die beiden unteren Varianten ist und Dir somit 5000 wichtige Nerd-Funktionen fehlen. 😉

Pimp my Terminal mit dem macOS Terminal

Natürlich kann man das Terminal auch optisch etwas aufmotzen.

Dazu sind nur zwei Dinge notwendig. Zum einen brauchst Du eine entsprechende Schriftart, die optisch mehr hermacht und ein paar mehr Möglichkeiten hat (dazu in späteren Beiträgen mehr).

Gib im Terminal unten Befehl ein, um die Schriftart zu installieren. Dazu braucht Du Homebrew. Wie das funktioniert, erfährst Du in meinen Beitrag zu Homebrew.

brew install homebrew/cask-fonts/font-sauce-code-pro-nerd-font

Als nächstes habe ich Dir ein fertiges Profil für macOS Terminal erstellt. Das musst Du laden und in Terminal importieren. Dazu unter Einstellungen unter Profile auf Importieren... gehen.

Profil in macOS Terminal importieren
Profil in macOS Terminal importieren

Optisch nun schon etwas besser. Das Profil verwendet das Gruvbox-Farbschema. Es ist sehr weit verbreitet und ursprünglich glaube ich für VIM erstellt worden.

So sieht es aus mit dem PimpMyTerminal-Profil
So sieht es aus mit dem PimpMyTerminal-Profil

iTerm2

Wenn Dir Terminal nicht reicht, dann solltest Du Dir iTerm2 mal genauer ansehen. Es ist ein Open Source Projekt und speziell für macOS als Ersatz für Terminal entwickelt worden.

Es ist sehr viel schneller als Terminal, hat unglaublich viele Funktionen, kann True Color und vieles mehr.

Ein paar weitere Features sind:

Die Installation ist dankt Homebrew sehr einfach.

brew install --cask iterm2

Falls Du die Schrift von oben noch nicht installierst hast, dann mache das mit brew install font-sauce-code-pro-nerd-font auch gleich noch. Du wirst Sie für das folgende optische Profil für iTerm2 brauchen.

Warum eigentlich diese Schrift?

Sie basiert auf Source Code Pro, allerdings mit den Nerd Fonts modifiziert. Viele Themes und Tools, wie Powerline oder Powelevel10k verwenden Icons und Symbole, die in dieser Schrift enthalten sind.

Das Profil für iTerm2

Ich habe auch hier schon ein fertiges iTerm2-Profil als Download für Dich. Es ist optisch identisch zu dem oben vorgestellen Terminal-Profil.

Installation ist vergleichbar einfach, wie beim Terminal. In iTerm2 einfach Command + , drücken. Dort unter Profiles unten auf Other Actions... klicken. Mit Import JSON Profiles... kannst Du das Profil importieren. Optisch ist es wieder fast identisch zu oberen Terminal-Profil. Also auch mit gruvbox, der Schrift, Größe des Fensters, usw.

Alacritty

Als letztes Terminal möchte ich Dir Alacritty vorstellen. Es ist das Terminal, welches ich persönlich verwende.

Warum verwende ich Alacritty?

Es hat an sich erst mal weniger Features wie iTerm2. Allerdings alle die ich brauche.

Alleine der Start von Alacritty ist schon spürbar schneller als Terminal oder iTerm2. Es ist auch in der Darstellung noch etwas schneller, als iTerm2.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Terminal Emulatoren ist es Cross-Plattform. Dies ist in Kombination mit der Tatsache, dass es keine grafischen Einstellungen hat und alles in Config-Files durchgeführt wird ein Vorteil. Natürlich nur, wenn Du auch mehrere Plattformen verwendest. Dies könnte aber schon von Vorteil sein, wenn Du einen iMac und ein Macbook verwendest und die Config zwischen den beiden synchron halten kannst.

Ist es perfekt?

Leider ist Alacritty nicht perfekt. Die Konfiguration ist schon etwas anspruchsvoller als ein paar Klicks. Unter macOS müssen auch einige zwingende Parameter stimmen, da sonst z.B. einige Tasten nicht so funktionieren wie sie sollen.

Am Ende hast Du nun die Möglichkeit alle drei für Dich zu testen und Dir die passende Variante auszusuchen.

Installation von Alacritty

Auch wieder einfach über brew:

brew install --cask alacritty

Die obere Schrift musst Du auch wieder installiert haben, da ich sie in meiner Config verwende.

Sollte das Verzeichnis für die Config noch nicht vorhanden sein, dann musst Du dieses erstellen.

mkdir -p ~/.config/alacritty

Jetzt die fertige Config für Alacritty laden und dort abspeichern.

Falls Du das von der GUI aus machen möchtest:

open ~/.config/alacritty

Optisch ist das Ergebnis wieder fast identisch mit den oberen beiden Terminals. Es ist also auch farblich gruvbox in Verwendung. Die Tastatur (German Keybindings) sind für ein Macbook mit Touchbar voreingestellt. In dem Textfile findest Du dort auch weitere Varianten. Es geht dabei um Zeichen wie |.

Wie geht es weiter?

Als nächstes kommt ein Blog-Beitrag, wie Du Deine ZSH (was die Standard-Shell ab macOS Catalina ist) besser nutzen kannst. Hier werde ich einen Paketmanager für ZSH vorsellen und ein paar sinnvolle Erweiterungen, die die Arbeit leichter machen. Danach werden wir uns vi, vim und neovim ansehen. Das wird für sich alleine eine ganze Artikelserie werden.

Falls Du es bis hier geschafft hast, würde ich mich über ein Kommentar von Dir freuen. 🙂

3 Gedanken zu „Pimp my Terminal – macOS Terminal, iTerm2 & Alacritty“

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