Ich arbeite in letzter Zeit viel mit Neovim. Wer Vim kennt, kennt vermutlich auch MacVim, die GUI-Variante von Vim.

Da MacVim auf Vim aufsetzt, müsstest Du zwei getrennte Configs pflegen oder versuchen, eine gemeinsame Config für Neovim zu bauen. Und ehrlich gesagt wirkt MacVim als Mac-App nie so richtig modern, sondern immer ein bisschen angestaubt.

VimR

Die bessere Alternative heißt VimR. Basiert direkt auf Neovim und fühlt sich modern an.

Auch optisch kommt es mehr wie eine echte Mac-Anwendung rüber als MacVim. Ist in Swift programmiert, damit liegt es näher an einer normalen macOS-App.

Neben den üblichen Neovim-GUI-Features bringt VimR einen eingebauten Datei-Manager mit, eine schöne Übersicht über alle offenen Dateien (Buffers) und eine einfache HTML- und Markdown-Vorschau.

VimR mit rund 30 offenen Markdown-Dateien und Markdown-Preview

VimR im Einsatz mit rund 30 offenen Markdown-Dateien.

Die Markdown-Preview kann nicht mit dem mithalten, was ein dedizierter Markdown-Plugin im Neovim leistet, weil VimR nur die Basis-Markdown-Befehle kennt. Als schneller Überblick reicht es trotzdem.

Installation

Eine Neovim-Config hast Du wahrscheinlich schon, aber VimR lässt sich auch ohne installieren.

Du kannst VimR entweder von der Projektseite laden oder per Homebrew installieren:

brew install --cask vimr

VimR nutzt die normale Neovim-Config, also ~/.config/nvim/init.vim. Wenn Du etwas speziell für VimR konfigurieren willst, landet das in ~/.config/nvim/ginit.vim.

Bei mir steht in dieser Datei eine einzige Zeile für die Schrift:

VimRSetFontAndSize "SauceCodePro Nerd Font", 18
ginit.vim in VimR mit der Font-Konfiguration

Meine ginit.vim: eine Zeile für Font und Größe.

Alles andere ist in der init.vim als gemeinsame Config für Konsole und GUI abgelegt.

Ich nutze VimR seit ein paar Monaten recht intensiv und bin bisher nicht über nennenswerte Probleme oder Bugs gestolpert.