Hinweis: Der Beitrag ist schon älter. Ein paar Details haben sich geändert. Homebrew setzt inzwischen mindestens macOS Sonoma (14) voraus, nicht mehr Mojave. youtube-dl wird praktisch nicht mehr gepflegt, der aktive Fork heißt yt-dlp und wird über brew install yt-dlp installiert. Alles andere passt weiterhin.

Warum Du einen Paketmanager unter macOS brauchst

Als Mac-User kennst Du den App Store. Der App Store ist der hauseigene Paketmanager von Apple. Grundsätzlich, lassen wir mal firmenpolitische Dinge außen vor, eine gute Sache.

Aber wie sieht es für freie Software auf dem Mac oder Applikationen, die nicht in den App Store können bzw. dürfen aus? Vor allem die vielen kleinen Tools für die Command Line einzeln zu installieren, kann frustrierend und aufwendig in der Verwaltung sein.

Die Lösung: Homebrew

Aus diesem Grund gibt es Homebrew. Das ist ein Paketmanager, vergleichbar mit denen unter Linux. Dort gibt es Paketmanager, die sich um die Installation der zahlreichen Tools und auch um deren Abhängigkeiten und Updates kümmern.

Das Gute an brew ist, dass Du ihn nicht nur für die Installation einfacher Command-Line-Tools, sondern auch für macOS-Applikationen verwenden kannst.

Installation von Homebrew

Die Installation ist einfach. Öffne die App Terminal und führe untere Zeile aus:

/bin/bash -c "$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Homebrew/install/HEAD/install.sh)"

Voraussetzung ist eine 64-Bit Intel CPU oder Apple Silicon. Die Command Line Tools von Apple sollten installiert sein. Falls das noch nicht der Fall ist, kümmert sich Homebrew automatisch darum und installiert sie gleich mit. Alternativ per xcode-select --install.

macOS-Applikationen

Mit brew kannst Du Software installieren, suchen, updaten und wieder loswerden. Als erstes Beispiel Google Chrome:

brew install --cask google-chrome

Die Option --cask sagt brew, dass eine macOS-App installiert werden soll. Die Anwendung landet direkt unter Programme.

Wie bekommst Du raus, was es überhaupt gibt? Direkt mit brew search:

➜  ~ brew search google
==> Formulae
aws-google-auth               google-go                     google-sql-tool
google-authenticator-libpam   google-java-format            googler
google-benchmark              google-sparsehash             googletest
==> Casks
google-ads-editor
google-chrome ✔
google-cloud-sdk
google-drive
google-earth-pro
...

Formulae sind „normale" Command-Line-Anwendungen, Casks sind macOS-GUI-Anwendungen.

Details zu einem Paket gibt’s mit brew info google-chrome.

Updates laufen über brew upgrade google-chrome. Ohne Paketnamen werden alle installierten Anwendungen aktualisiert. Deinstallieren per brew uninstall google-chrome.

Weitere Beispiele

Es gibt Anwendungen von VMware, Adobe, Microsoft, aber auch VLC, Spotify und vieles mehr. Ich suche inzwischen immer zuerst in Homebrew, bevor ich etwas manuell im Internet runterlade.

Linux-Tools auf dem Mac

Viele Open-Source-Projekte, die ursprünglich für Linux gedacht waren, laufen auch auf macOS. Genau da spielt Homebrew seine Stärke aus.

htop

htop ist eine erweiterte Variante von top und zeigt Prozesse mit vielen guten Optionen an.

htop in einem macOS-Terminal, farbige Prozessliste

htop

Installation:

brew install htop

webp

Bilder ins WebP-Format umwandeln:

brew install webp

Ein JPEG auf 860 Pixel Breite proportional runterrechnen, Qualität 50 %:

cwebp -q 50 -resize 860 0 -mt image.jpg -o image.webp

yt-dlp

Mit yt-dlp kannst Du u. a. YouTube-Videos runterladen. Das ist der aktiv gepflegte Nachfolger von youtube-dl. Anleitung und Optionen auf der GitHub-Seite:

brew install yt-dlp

Was gibt es sonst noch

Schau Dir brew info wget an. Ein super Befehl, um schnell etwas über die Command Line runterzuladen. Auch komplexere Dinge wie apache2 oder docker sind verfügbar.

Tipps & Tricks

Hier findest Du die FAQ mit vielen Befehlen. Über formulae.brew.sh kannst Du direkt nach Paketen suchen.

Liste aller installierten Pakete:

brew list

Installierte Pakete mit ihren Abhängigkeiten als Baum:

brew deps --tree --installed

Für mich ist Homebrew eine der ersten Anwendungen auf einem neuen Mac.