Linux-Kurs – Teil 8 (SSH verwenden)
Im siebten Teil haben wir SSH installiert. Nun möchte ich Dir zeigen, was Du damit machen kannst. Was SSH ist, habe ich bereits ein wenig erläutert. Zusammengefasst kann man dazu sagen:
SSH ist ein Protokoll und Programm um verschlüsselt Informationen zwischen mehreren Rechner auszutauschen und sich so z.B. auch remote an einer Linux-Console anzumelden.
Durch die Installation wurde alles bereits für den Betrieb als Server eingerichtet. Nun brauchst Du nur noch einen Befehl oder ein Programm, um Dich von Deinem PC auf Deinen Debian-Rechner anzumelden.
Windows
Unter Windows gibt es einige SSH-Clients. Zwei Wege bzw. Programme haben sich, nach meiner Meinung, durchgesetzt.
Putty
Putty ist ein einfacher und kostenloser SSH-Client unter Windows. Es gibt eine reine EXE-Datei von Putty oder auch einen Windows-Installer. Beide befinden sich auf der Putty-Downloadseite.
Neben Putty selbst, gibt es weitere SSH-Kommandos auf dieser Seite. Vielleicht werden wir den einen oder anderen noch brauchen.
Putty hat eine recht einfache Oberfläche.

Um nun eine Verbindung zu Deinem Debian-Linux aufzubauen, musst Du unter “Host Name (or IP address)”, die IP-Adresse Deines Debian eingeben, welche Du bei der Installation angegeben hast.
SSH arbeitet als Standard mit TCP-Port 22. Unter Protocol sollte SSH ausgewählt sein. Nun noch auf Open klicken, um die Verbindung aufzubauen.
Falls Du zuvor noch keine Verbindung aufgebaut hattest, wird eine Frage kommen. Diese mit Yes bzw. Ja beantworten. Hier wird ein Finderabdruck der Verschlüsselung gespeichert. Würde nun jemand die Verbindung abfangen oder dem SSH-Server auf Deinem Linux verändern, würde bei einer Verbindung eine Wartung erscheinen.
Als Benutzer kann nicht Root verwendet werden. Du musst also Deinen normalen User verwenden. Ich habe ja bereits in einem der letzten Kurse geschrieben, dass Root böse ist.
Viele verändern die Konfiguration von SSH, damit man sich auch direkt als Root anmelden kann. Ich persönlich finde dies falsch und je nach System sogar eine Fahrlässigkeit.
Mit Putty zu arbeiten macht die Sache natürlich gleich etwas komfortabler. Du kannst die Einstellungen in Putty (Benutzer, Farben, etc.) auch speichern. Hier einfach alles nach Wunsch einrichten und dann bei “Saved Sessions” einen gewünschten Namen eingeben und auf “Save” klicken.
Tipp zu Copy & Paste bei Putty: Falls Du Deine Zwischenablage in Putty reinkopieren möchtest, dann reicht ein Klick auf die rechte Maustaste. Möchtest Du etwas aus Putty kopieren, dann einfach mit der Maus den Textbereich markieren. Sofort nach der Markierung wird dies in die Zwischenablage übertragen.
Cygwin
Ich möchte nicht zu tief auf Cygwin eingehen, weil dies den Rahmen hier sprengen würde. Cygwin ist kein SSH-Client, sondern eine ganze Sammlung von nützlichen Linux-Kommandos und -Programmen für Windows. Kommandos, wie z.B ls, grep und co. sind alle enthalten. Natürlich auch ssh.
Es wird ein Icon installiert, um die Cygwin-Console zu starten (was nichts anderes als eine DOS-Box ist). Nun kann der Befehl ssh verwendet werden. Dies ist z.T. identisch zu den Anleitungen für Mac und wird deshalb weiter untern beschrieben.
Ein weitere interessanter SSH-Client ist Poderosa.
Linux
An sich sollte bei Dir ja noch kein Linux auf dem Hauptrechner laufen. Falls doch, dann hier ein paar Wege, wie man dort SSH verwenden kann.
Grundsätzlich gibt es auch grafische SSH-Clients für Linux. Diese sind aber weniger verbreitet, da man unter Linux doch sehr viel mit der bzw. in der Konsole arbeitet.
Da es unterschiedliche Oberflächen gibt, habe ich hier mal drei Wege dargestellt wie man zu einer Konsole kommt, um den SSH-Befehl aufzurufen. Den Befehl erkläre ich dann zentral am Ende des Beitrags.
Console
Jedes Linux hat eine oder mehrere feste Textkonsolen. Diese könnten mit “ALT + F1” bis meistens “ALT + F6” erreicht werden.
Wünscht Du also eine neue Konsole, dann drücke die Tasten ALT und F2 für die zweite Textkonsole.
Hier kannst Du Dich als Benutzer oder auch Root anmelden.
Falls bei Dir eine grafische Benutzeroberfläche, wie z.B. Gnome oder KDE gestartet ist, dann kannst Du entweder weiter unten lesen, wie dort ein Terminal geöffnet wird oder Du schaltest mit “STRG + ALT + F1” auf die erste Textkonsole um. Um später wieder auf Gnome und co. zurückzuschalten, drücke “ALT + F7” (zumindest bei den meisten Linux-Distributionen).
Gnome
Unter Gnome (z.B. Ubuntu der Standard-Desktop), gibt es das Programm Gnome-Terminal. Dieses findest Du entweder in den Programmmenüs des Gnome Desktops oder kann auch über wenige Tastenkombinationen gestartet werden.
Dazu drückst Du “ALT + F2“. Es erscheint eine Eingabebox. Dort gibst Du “gnome-terminal” ein und bestätigst. Nun wird das Terminal gestartet.

KDE
Unter KDE gibt es das Programm Konsole. Da ich KDE kaum verwende und auch gerade keinen Zugriff darauf habe, kann ich Dir keinen schnellen Weg nennen, wie es gestartet wird. Du findest es sicherlich in den Programmmenüs von KDE.
Mac
Für den Mac würde es zwar auch SSH-Oberflächen geben, allerdings verwende ich persönlich immer das Terminal von MAC OS X.
Falls Du es noch nicht wusstest. In Deinem Mac schlummert ein Unix-System unter der Haube! Somit kannst Du vieles, wenn auch nicht alles, aus diesem Kurs auch für Dein MAC OS X verwenden.
Um eine Konsole zu öffnen, wird das Programm Terminal verwendet. Dies findest Du unter “Programme / Dienstprogramme / Terminal“.
Ich habe mein Terminal von den Farben etwas angepasst.

SSH Befehl
So gehe ich auf mein Debian-Testsystem drauf.
ssh tom@192.168.178.11
Zuerst der Befehl SSH, gefolgt von Username@IP-Adresse. Falls kein Username angegeben wird, wird automatisch der derzeit aktuelle angenommen. Sind also auf beiden Seiten identische Benutzer angelegt, dann wird der Benutzername nicht benötigt.
Alternativ kann man oberen Befehl auch so eingeben.
ssh -l tom 192.168.178.11
Falls Du die IP-Adresse Deines Debians nicht zur Hand hast, dann gebe dort folgenden Befehl als Root-User ein.
ifconfig
In der Ausgabe sollte sich eine Sektion “eth0″ befinden. Darin enthalten ist u.a. auch Deine IP-Adresse.
Man kann bei SSH ohne Passwörter oder mit erweiterten Public-Keys arbeiten. Dies geht zwar nun über einen Einsteiger-Kurs hinaus, ist aber recht interessant. Zu dem Thema habe ich den Beitrag SSH Key Authentication vor einiger Zeit geschrieben.
Gib einfach mal man ssh ein, um die Funktionsvielfalt von SSH zu sehen. Ein gutes Beispiel für SSH ist mein Artikel Harddisk-Clone mit dd inkl. Komprimierung und Statusanzeige, bei dem ich auch SSH verwende. Man kann also mit SSH nicht nur eine Konsole öffnen, sondern Befehle bzw. Inhalte gesichert übertragen.
Es war mir hier allerdings zuerst wichtig, Dir einen einfacheren Weg zu Deiner Debian-Installation zu geben.
Bei Fragen und Anregungen einfach ein Kommentar schreiben. Eine Übersicht aller Teile findest Du hier.
Interessante Beiträge zu diesem Thema
- sysvconfig – Runlevel Editor
- Update auf Debian 5.0 (Lenny)
- Linux-Einsteiger-Kurs mittels Debian Linux – Teil 1
- Linux-Einsteiger-Kurs – Teil 2 (Debian Grundinstallation)
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