18 Apr 2009

Linux-Einsteiger-Kurs mittels Debian Linux – Teil 1

Geschrieben von Tom Schimana in IT 8 Kommentare

“Linux? Da kenne ich mich nicht aus, würde ich aber gerne. Aber wo oder wie fange ich da an?”

Diesen Satz höre ich öfter. In der Tat ist es nicht einfach, einen nachhaltigen Einstieg in Linux zu finden. Viel zu oft wird ein OpenSuse oder Ubuntu installiert.

Das Problem: Kenne ich dann Linux oder die Oberfläche einer bestimmten Linux-Distribution?

linux.jpgVor allem für Windows-Admins macht dies wenig Sinn. Ist doch Linux zumeist schon breit in der Firma vorhanden. Als Grundstock für die Firewall, als Management-Console einer Virtualisierungslösung, als Telefonanlage oder sogar in einem SIP-Telefon. Hat man hier Kontakt mit Linux, dann meistens auf der Console. Was hilft es mir dann, wenn ich Ubuntu mal installiert hatte und nun die Icons von Gnome kenne?

Linux hat eine andere Philosophie als Windows und genau das ist auch das Problem beim Linux-Einstieg. Viele vergleichen ein KDE oder Gnome mit der Oberfläche von Windows. Haben hier und da vielleicht Probleme damit, finden manche Dinge ganz toll, kommen aber am Ende keinen Schritt mit Linux weiter. Um Linux zu verstehen, muss man unter die Haube schauen oder zu 100% täglich damit arbeiten. Falls man sich nebenbei in Linux einarbeiten möchte, dann muss man einen etwas anderen Weg gehen.

Der Linux-Einsteiger-Kurs bei schimana.net

Deshalb habe ich mich entschieden, einen kleinen Linux-Einsteiger-Kurs zu schreiben. Im Gegensatz zu vielen anderen, möchte ich aber den Schwerpunkt so halten, damit Menschen mit umfangreicherer (Windows-) Computererfahrung sich bei den ersten Schritten leichter tun, um später selbstständig tiefer einzuarbeiten.

Warum Debian?

debian.jpgIn dieser Beitragsreihe werde ich über eine Minimalinstallation von Debian versuchen, das Thema Linux näher zu bringen. Warum Debian und warum eine minimale Installation ? Auf der einen Seite ist es meine persönlich bevorzugte Linux-Distribution, auf der anderen Seite ist es bei Administratoren, Rechenzentren und auf Servern weit verbreitet. Es ist nicht so bund und näher an der Basis von Linux dran. Eine Minimalinstallation braucht wenig Resourcen und ist für einen solchen Kurs und für eigene Test somit ideal für eine virtuelle Maschine auf dem eigenen PC geeignet.

Mehr Server als Desktop

Mir ist es auch wichtig, das sich der Kurs mehr auf die Befehle, die Console und Dienste konzentriert. Ich möchte nicht erklären, was der Unterschied zwischen Microsoft Office und OpenOffice.org ist oder wie man seine Bilder der Digitalkamera unter Linux bearbeitet. Es geht mir vielmehr darum, Themen für Administratoren und IT-Leute anzusprechen.

Deshalb wird aus unserer Minimal-Installation von Debian mit der Zeit vielleicht ein kleiner Server. Hier geht es mir dann auch nicht, den besten HomeServer zu erstellen, sondern nur darum das Prinzip zu erkennen.

Die Vorbereitung

Heute möchte ich lediglich die Voraussetzung schaffen, damit Du Deinen persönlichen Debian “Server” aufbauen kannst. Für die erste Zeit macht es Sinn, wenn unsere Debian-Installation virtuell läuft. Falls Du später fit in Linux und Debian bist, kannst Du die Installation immer noch auf eine physikalischen Maschine wiederholen.

Vmware und co.

Falls Du Dich mit Virtualisierung noch nicht beschäftigst hast bzw. noch keine entsprechende Software auf Deinem Rechner hast, hier ein paar Tipps.

Unter Windows kann ich folgende Virtualisierungs-Software empfehlen:

  • VMware Workstation – Preis ca. 160 Euro. Der Platzhirsch und Standard.
  • VMware Server 2.0 – Kostenlos, dafür ist die Oberfläche teilweise nicht so schön, wie bei der Workstation. Teilweise sehr langsam bzw. Resourcen-hungrig.

Auf dem Mac sieht es recht übersichtlich aus:

  • VMware Fusion – Preis ca. 80 Euro. Verwende ich persönlich auf meinem Mac.
  • Parallels Desktop – Preislich und vom Leistungsumfang vergleichbar zu Fusion.

Welches von den beiden besser ist, kann ich nicht sagen. Ist mehr eine Frage des Geschmacks.

Unter Windows und auf dem Mac gibt es auch noch eine freie Alternative. Diese gibt es auch unter Linux. Ich gehe aber davon aus, dann hier niemand unter Linux im Desktop ein Debian Einteiger-Kurs machen wird. ;-)

  • VirtualBox – Open Source und somit kostenlos. Für die meisten Zwecke im privaten Umfeld voll ausreichend.

Da ich selbst auf einem Mac mit VMware Fusion arbeite, werde ich mehr auf die Produkte von VMware eingehen. Allerdings macht es am Ende keinen großen Unterschied, wo das Linux installiert wird.

Du solltest Dich, falls der Kurs Dein Interesse geweckt hat, eine Virtualisierungslösung aussuchen, installieren und damit vertraut machen. Alternativ kann natürlich auch ein alter PC verwendet werden.

Sonstige Voraussetzungen

Ich gehe davon aus, dass Du einen Router hast und somit das Internet grundsätzlich zu Verfügung steht.

Bis es dann losgeht, kannst Du Dir schon mal das Installationsmedium ziehen. Die ISO-Datei muss nicht gebrannt werden (außer bei Installation auf einen physikalischen PC).

Wir werden eine CD für eine Netzwerkinstallation verwenden. Ich empfehle die Version für i386.

Nach dem Download, solltest Du eine Datei mit dem Namen debian-501-i386-netinst.iso haben. Diese kann von der Versionsnummer natürlich abweichen. Das File ist ca. 180 MB groß.

Im nächsten Beitrag legen wir dann mit der Installation los…

Eine Übersicht der Kursinhalte findest Du hier.

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Interessante Beiträge zu diesem Thema

8 Kommentare zu “Linux-Einsteiger-Kurs mittels Debian Linux – Teil 1”

  1. Linux-Einsteiger-Kurs - Teil 2 (Debian Grundinstallation) - Tom Schimana says:

    [...] Gestern habe ich über meine Absichten und ein paar erste Infos zum Kurs geschrieben. [...]

  2. Linux-Einsteiger-Kurs - Teil 3 (Einstieg Dateisystem und erste Befehle) - Tom Schimana says:

    [...] ersten Teil haben uns eine passende virtuelle Umgebung gebaut. Dann wurde im zweiten Teil ein Debian-Linux [...]

  3. Linux-Einsteiger-Kurs - Teil 4 (Umgang mit Dateien) - Tom Schimana says:

    [...] schon mal Dein virtuelles Debian und logge Dich als normaler User [...]

  4. Noch Interesse am Linux-Grundkurs? - Tom Schimana says:

    [...] einiger Zeit habe ich einen Linux-Einsteiger-Kurs auf meinem Blog veröffentlicht. Nach dem vierten Teil habe ich allerdings gestoppt. Scheinbar war [...]

  5. Linux-Einsteiger-Kurs – Teil 5 (Rechte) - Tom Schimana says:

    [...] Du Neueinsteiger bei diesem Linux-Einsteiger-Kurs bist, dann kannst Du ab dem ersten Teil durchstarten oder Dir eine Übersicht aller Beiträge [...]

  6. Gerriet says:

    Hallo ;D

    Für den einstieg hast dir aber kein leichtes Linux ausgesucht ;D Da wäre vielleicht Ubuntu oder OpenSuSE besser gewesen. Aber ich finde trotzdem den Ansatz von deiner Anleitung nicht schlecht. Ich selbst bin mit SuSE 6.4 angefangen, bin aber auch kein LInuxExperte, erst seit Nov09 bin nun ganz auf Linux umgestiegen, da waren natürlich die Erfahrungen, die ich schon vorher gesammelt habe, von Vorteil für mich ;D

    Dein ganzer Blog gefällt mir sehr gut, bin auch nur drauf gestossen, weil du meinen TwitterAccount folgst *gg

  7. Tom Schimana says:

    Hi Gerriet,

    danke für Dein Kommentar und das Interesse am Blog und dem Linux -Kurs. Finde ich gut, dass Du Dich mit Linux beschäftigst. :-)

    Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Linux ich für solch einen Kurs nehme und habe mich absichtlich für Debian entschieden. Ich bin sogar der Meinung, dass ein Gentoo nicht schlecht gewesen wäre.

    Der Kurs soll ja von /dev/null starten, um mir diesen Linux-Witz zu erlauben. ;-)

    Meine Erfahrung über die Jahre war und ist, dass alle, die mit Suse und co. gestartet hatten, nie wirklich ins Linux reingekommen sind. Durch die Oberfläche und Tools wie Yast, kennt man dann zwar die Distribution, aber kann mit dem Linux (also den Aufbau, die Befehle und die eigentliche Macht von Unix/Linux) an sich gar nicht viel anfangen.

    Debian ist recht schlank und kann virtuell mühelos selbst auf älteren Rechnern parallel installiert werden. Kennt man Debian, dann kennt man auch Ubuntu. Für mich ist Ubuntu die Nummer 1 für den Desktop. Somit hat man als Basiswissen Debian und Ubuntu. Das beste für den Server und für den Desktop (nach meiner Meinung). Nimmt man Suse, ist man mehr mit Yast und co. beschäftigt, was für diesen Kurs wenig bringt. Kennt man aber das Linux wirklich vom Start an, dann kommt man auch mit fremden System zurecht (zumindest nach kurzer Einarbeitungszeit).

    Aber an sich ist es egal, welche Linux man nimmt. Denn die Befehle hier sind ja eher von der Basis her.

    Ich habe z.B. einige Jahre als Desktop Gentoo Linux verwendet. Dort habe ich nach ein oder zwei Monaten mehr gelernt über Linux, als mit SuSe, Redhat und co. über mehrere Jahre hinweg. Mir gehts es beim Kurs, wie schon geschrieben, mehr um das Grundverständnis und nicht um eine sofortige Bedienung. Man könnte natürlich auch ein Ubuntu installieren und das Debian zum spielen virtuell darunter betreiben.

    Und persönlich bin ich der Meinung, das Debian bei weitem nicht so kompliziert ist, wie oft vermutet. Ich verwende immer eine minimale Installation und baue dann alles selbst auf. Dadurch habe ich die komplette Kontrolle über das System und kenne alles. Habe ich ein Problem, kann ich es sehr viel schneller finden. Natürlich nehmen ich Debian mehr für Serverdienste. Würde ich mir einen Desktop installieren, dann würde ich Ubuntu nehmen. Das habe ich auch lange gehabt und war damit immer zufrieden.

    Jetzt hab ich ein ganz schön langes Kommentar geschrieben. Aber die Frage von Dir ist wirklich berechtigt und deshalb für vielleicht viele die Antwort dazu interessant…

    Würde mich freuen, wenn Du öfter auf meinem Blog vorbeischaust.

    Tom

  8. Gerriet says:

    Hi ;)

    Werde sehr gerne bei deinem Blog vorbeischaun, wen du auch auf meiner Seite mal vorbei schaust *gg

    Was LInux angeht, ich bin mit SuSe 6.4 angefangen, naja eigentlich war es schon SuSE 5.1. Da war Yast noch nicht so intregiert wie nun. Also ich weiss schon, wie man einen eigenen Kernel erstellt, nur das braucht man bei den aktuellen und beliebbten Linuxe gar nicht mehr. Kann ein Vor-, aber auch ein Nachteil sein. Ich bin seit Novi 09 nun unter Ubuntu am Werkeln, kein windows mehr auf der Pladde.

    Aber das spannendene ist doch, da sman immer wieder was neues unter Linux findet. Hab bisher keine grossen Nachteile gefunden, was das einsetzen von software angeht. Ok, das man nicht mehr so Gamen kann wie früher unter Windows, ist mir schon vorher klar gewesen. Aber ich wollte endlich weg von Windows. Leider muss ich beruflich mit dem BS rumschlagen. Kann aber im kleinen da vielleicht den einen oder anderen Kollegen zu LInux inspirieren ;D

    So das soll aber als rekomment gewesen sein ;D

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