Dein Gehirn ist zum Denken da und nicht um sich Aufgaben zu merken!
Unser Gehirn hat leider die Eigenart uns stets an Dinge zu erinnern die noch nicht fertig sind, und das im unpassendsten Augenblick.
Unser Gehirn ist zum Denken da und nicht zum Speichern von beliebigen Informationen. Man könnte dies mit einer Festplatte vergleichen. Alleine sind die Daten auf einer Festplatte gut aufgehoben. Je besser und “intelligenter” allerdings das Betriebsystem ist, wo diese Platte angesteckt ist, desto mehr wird versucht mit den Daten zu arbeiten. So meint das System zwischendrin, dass die Daten auf dem Desktop zu alt sind und vielleicht gelöscht werden müssen oder es Zeit wird eine Reorganisation zu fahren. So verhält sich das auch mit unserem Gehirn. Mitten in der Nacht wacht man auf, weil das Gehirn gerade der Meinung ist, eine Information verarbeiten zu müssen.
Was machen wir dagegen? An sich gibt es einen recht einfachen Trick: Das Gehirn nicht mit reinen Speicherinformationen füttern. Was meine ich mit Speicherinformationen? Das sind all die Dinge, die wir den ganzen Tag aufsammeln und nicht gleich verwerten können.
Also vor allem Aufgaben, Dinge die wir erledigen müssen, Ideen. Unser Gehirn soll diese Information zwar nur speichern, allerdings fängt im Hintergrund unser “Betriebsystem” damit an, diese Informationen zu verwerten.
Ein typisches Beispiel: Kurz vor dem Einschlafen fällt Dir noch ein, dass Du einen Kunden morgen um 8.00 Uhr anrufen musst. Diese Information wird im Gehirn nicht nur gespeichert und morgen pünktlich um 8.00 Uhr abgerufen. Das Gehirn hat die Aufgabe bekommen, auf jeden Fall an den Anruf zu denken! Es darf diese Aufgabe nicht vergessen! Das Gehirn arbeitet ständig daran. Wenn Du in dieser Nacht etwas unruhiger schläfst, dann kannst Du Dir nun das “warum” vorstellen.
Nun multiplizieren wir dies mit all den vielen Aufgaben und Ideen, die wir täglich haben. Das Gehirn ist nur noch damit beschäftigt diese Informationen zu verwalten. Für Kreativität und wirkliche Denkaufgaben ist kein Platz und keine Zeit mehr. Wie soll ich mich auf eine Sache konzentrieren können, wenn ich mit hunderten von kleinen Aufgaben und Ideen im Gehirn abgelenkt werde?
Was nun dagegen tun?
Aufschreiben, aufschreiben und nochmals aufschreiben!
Und zwar wirklich alles! Warum soll das helfen? Es ist ein einfacher Trick, das Gehirn zu überlisten. Sobald unser Gehirn die Information auf Papier gebracht hat, wird diese Information als “nicht mehr so wichtig” deklariert. Das Gehirn muss sich nicht ständig darum kümmern und “stört” uns somit auch nicht ständig damit.
Und wenn Du der Typ bist, der die meisten Ideen kurz vor dem Einschlafen hat, dann lege Dir Stift und Block neben das Bett und schreibe alle Gedanken sofort auf. Das könnte helfen, nachts besser zu schlafen.
Natürlich gilt das nicht nur für die Nacht. Wir sind ständig von unserem Gehirn “abgelenkt”, da es immer wieder mit einem “Popup-Fenster” uns auf gespeicherte Informationen hinweisen möchte. Oder wir sind mit unserer gegenwärtigen Aufgabe so fixiert, dass wir andere Dinge einfach vergessen. Oft fallen einem diese überhaupt nicht mehr ein oder oftmals auch einfach erst dann, wenn es zu spät dafür ist.
Wichtig ist allerdings, dass unser neues “Ersatzgehirn” gut genug ist, damit unser Gehirn sozusagen genügend Vertrauen dazu hat. Wenn wir alles auf “Fresszettel” – die im ganzen Haus, in der Firma und im Auto verteilt sind – aufschreiben, dann kann es schnell passieren, dass unser Gehirn sich nun merken muss, wo wir was aufgeschrieben haben. Das ist keine Erleichterung, sondern nur eine Umschichtung des Problems!
Also brauchen wir ein gutes System, welches von unserem Gehirn “akzeptiert” wird.
Wie ein solches System aussehen könnte, welche Erfahrungen ich damit gemacht habe und wie ihr das bei euch selbst anwenden könnt, erfahrt ihr in den nächsten Beiträgen.
Teil 2: Das System, Dein Gehirn zu entlasten
Teil 3: Mein persönliches System zur Verwaltung meiner Aufgaben
Teil 4: Tipps zur Verwendung Deines Systems – Teil 1
Teil 5: Tipps zur Verwendung Deines Systems – Teil 2
Die weiteren Tipps findet ihr dann über die Suche und der dem Blogarchiv…
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