29 Apr 2008

Motivieren von Mitarbeitern ist schlecht

Geschrieben von Tom Schimana in Allgemein 11 Kommentare

Ein Chef oder Vorgesetzter der versucht seine Mitarbeiter zu motivieren, erreicht damit meist das Gegenteil.

Grundsätzlich ist extrinsische Motivation, zumindest ist dies meine Meinung, der falsche Weg. Die meisten Chefs motivieren allerdings nur extrinsisch, also mit Bonus, Belohnung, etc. und kennen auch keine andere Art.

Damit wird zumeist das Gegenteil erreicht. Ein Vertriebsmitarbeiter der motiviert ist, kann mit einem Bonus auch demotiviert werden. So hat er seine Arbeit zuvor gerne erledigt, weil er gerne mit den Kunden in Kontakt ist, vielleicht auch weil er den Erfolg bei einem Abschluss genossen hat. Nun wird er mit einem Bonus unter Druck gebracht. Hat er es mehrfach geschafft den Bonus zu erreichen, kann es auch langweilig werden. Seine intrinsische Motivation wurde zu einer extrinsische Motivation umgewandelt.

Die intrinsische Motivation kommt von einem selbst. Neugierde, Wissenshunger oder auch Kontaktfreude (wie im oberen Beispiel) sind intrinsisch. Sie sind viel mächtiger und anhaltender als eine extrinsische Motivation.

Die Überschrift “Motivieren von Mitarbeitern ist schlecht” sollte also besser mit “Schlechtes Motivieren von Mitarbeitern ist schlecht” oder noch besser “Der Chef sollte motivierten Mitarbeitern nicht im Weg stehen” betitelt sein.

Viele verkaufen ihre Mitarbeiter einfach für dumm, wenn sie versuchen mit einfachen Tricks die Motivation zu steigern. Nur fallen die meisten nicht darauf rein und sind am Ende darüber verärgert und vor allem demotiviert.

Wie macht man es nun richtig?
Entweder seinen Mitarbeitern weniger “im Weg stehen” oder intrinsisch motivieren. Dies kann gut über Gefühle funktionieren. Zusammengehörigkeit durch ein Fest, bei dem auch die Familien mit eingeladen ist. Wichtig dabei, es sollte ungezwungen und ehrlich sein und die Grundstimmung sollte schon gut sein. Keiner geht gerne zu einer Firmenfeier, wenn er schon keine Lust hat in der Früh überhaupt in die Firma zu gehen.

Ich denke, Ehrlichkeit gegenüber seinen Mitarbeiter kann zur Motivation sehr hilfreich sein. Ein falsches Lob kann viel kaputt machen. Es muss immer in ehrlicher Wertschätzung und im richtigen Moment mit der richtigen Dosis kommen. Beispiele gibt es natürlich noch viele…

Hab ihr schon Erfahrungen mit schlechter bzw. falscher Motivation gehabt?

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11 Kommentare zu “Motivieren von Mitarbeitern ist schlecht”

  1. Marcel says:

    Gestern noch ein Referat über extrinsiche und intrinsische Motivation gehört ;-)

  2. Stephan says:

    Besonders die Ehrlichkeit ist wichtig. Nichts ist schlimmer als eine vermeintlich motivierende Massnahme, die als “Pflichtübung” gesehen wird.

    Gemeinsam Ziele setzen und “Goodies” vereinbaren – und sich dann auch daran halten. Das halte ich für sinnvoller.

    Es gibt kein Rezept für Motivation, sondern man muss schon auf jeden seiner Leute eingehen und ihm etwas “maßschneidern”. Kann ich leicht sagen, mein Team besteht aus 5 Leuten ;-)

  3. Tom Schimana says:

    Hallo Stephan!

    Es gibt kein Rezept für Motivation, sondern man muss schon auf jeden seiner Leute eingehen und ihm etwas “maßschneidern”.

    Da kann ich Dir nur zustimmen!

    Obwohl “Goodies” natürlich eine Gradwanderung sind und sollten falls Sie nicht vorhanden sind auch niemanden fehlen. Ansonsten sind wir schnell wieder beim Thema Bonus und co.

  4. Tom Schimana says:

    Für mich es auch sehr motivierend, wenn ich so schnell nach dem Einstellen eines Beitrag schon Feedback bekomme. :-)

    Danke!
    Tom

  5. Stephan says:

    Das liegt nur daran, das der GoogleReader mal schneller war als sonst ;-)

    Bonus ist kein Thema für mich (und im öff. Dienst auch derzeit nicht machbar). Die “Goodies” sind je nach Person eher ein Seminar mit nicht zwangsläufig berufsbezogenem Inhalt oder auch ie Gelegenheit, eine Präsentation vor einem Gremium durchführen zu können.
    Jedes Menschen Seele will anders gestreichelt sein (und meine auch) :-)

    Keine Ahnung, ob das jetzt intrinsich oder extraterristisch ist – für mich hat Motivation viel mit Fingerspitzengefühl, Respekt und Achtung zu tun.

  6. Tom Schimana says:

    Die Ideen zu Deinen “Goodies” finde ich toll! Genau das sollte jeder unter “Goodies” verstehen…

    Zu Deinem letzten Satz. Ja genau! Denke, wenn man mit Fingerspitzengefühl, Respekt und Achtung ran geht, wird es immer die richtige Motivation sein.

  7. Lothar says:

    Drohungen sind oft auch ein guter Motivator ;-) Mit Respekt und Achtung kommt man nicht weit…

  8. Tom Schimana says:

    Kann gut sein. ;-)

    Obwohl man natürlich zwischen Motivation und Anweisungen unterscheiden muss.

    Wenn ein Mitarbeiter eine Anweisung nicht befolgen will, obwohl diese für das Unternehmen wichtig sind (weil z.B. gerade kein anderer für diese Tätigkeit Zeit hat), dann hilft manchmal kein gutes Zureden mehr. Am Ende hilft vielleicht nur eine klare Anweisung. Und wenn das nichts bringt eine Drohung (was man darunter auch immer verstehen will).

    Das mit dem Respekt ist natürlich immer auf beiden Seiten wichtig. Leider müssen in Unternehmen Dinge von Vorgesetzten durchgeführt werden, die nicht beliebt sind.

    Eine Firma ist am Ende ja keine Kneipe, wo sich Freunde zum Plausch treffen, sondern hat z.B. Befehlsstrukturen, die eingehalten werden müssen. Das wird oft vergessen, wenn es zu freundschaftlich zugeht.

  9. Lothar says:

    Da hast du natürlich vollkommen Recht. Mal wieder was gelernt =)

  10. Tim says:

    Besonders enttäuschend ist es, von einer “intrinischen” Motivation in totale Demotivation gepeitscht zu werden. Und das, indem man vor dem Zeitplan Ziele erreicht hat, man als dank den Firmenwagen/die Car Allowence entzogen bekommt, 100km weiter in ein anderes Büro neben den Chef gesetzt wird (man also 200km am Tag pendeln muss) und man dann noch gefragt wird, warum die Leistung nachlässt, andere Kollegen pendeln doch auch. ;-) Wo kann man sich hier ein Samurai-Schwert kaufen? Ich werde wohl mittelfristig (sobald was adäquates nachkommt) meinen Arbeitgeber wechseln. Fühle mich enttäuscht, abgespannt und weggeschoben… – Nach dem Motto: Der kleine Mann hat seinen Dienst getan, nächster!

    Ehrlichkeit ist das kostbarste Gut in einem Team, wenn ein Chef nicht offen und ehrlich ist => Arbeitgeber wechseln! oder sich runterwirtschaften lassen…

  11. Tom Schimana says:

    Hallo Tim,

    da hat sich aber einiges angestaut! Ich hoffe, Du findest wieder zu Deinem Glück und zu alter Freude im Job. Denn es gibt nichts schlimmeres, wenn man in der Früh keine Lust mehr hat in die Arbeit zu gehen und das jeden Tag, über lange Zeit. Da kann das Gehalt auch noch so toll sein, man zerbricht daran und es zieht sich ins Privatleben rüber. Wie im “normalen” Leben auch, sollte man öfters mal mit dem Bauch entscheiden und nicht mit dem Verstand oder mit $-Zeichen in den Augen.

    Die Gefahr von “Chefs” ist, dass sie irgendwann den Blick für die Realität verlieren können. Das ist für jeden Manager und Chef die größte Gefahr! Sie erwarten dann von einem Dinge, die sie entweder nicht selber machen würden oder aus ihrer Sichtweise als Arbeitgeber von einem Arbeitnehmer erwarten.

    Wie immer, liegt die Realität irgendwo dazwischen. ;-)

    Tom

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