Produktiver Arbeiten mit dem Mac – Desktop
Zeig mir Deinen Desktop und ich sag Dir wie ordentlich Du bist! Oft sieht man Desktops bei denen das Hintergrundbild vor lauter Icons nicht zu erkennen ist. Ob es grundsätzlich richtig oder falsch ist den Desktop mit Icons zu “bemalen” kann ich nicht allgemein beantworten. Ob ein organisierter Desktop mir – vor allem bei der Arbeit an mehreren parallelen Projekten – hilft, kann ich auf jeden Fall mit ja beantworten.
Deshalb stelle ich heute mein persönliches “Desktop-System” vor.
Das Wallpaper bzw. der Hintergrund
Ich mag keine zu bunten Hintergrundbilder. Sie lenken von der Arbeit ab. Oft sind Hintergründe (Wallpapers) zu dunkel oder auch zu hell. Somit stören sie entweder durch zu starken Kontrast (helle Fenster, schwarzer Hintergrund) oder bei dunkler Umgebung durch zu starkes Leuchten (helle Hintergründe als Ersatz für die Zimmerbeleuchtung).
Derzeit finde ich diesen blauen Farbton bei jedem Lichtverhältnis gut. Die Hintergrundfarbe ist #426899 bzw. R66, G104, B153. Damit es nicht ganz so langweilig ist, habe ich mein Namenslogo als Wasserzeichen eingebaut. :-)
Festplatten
Am MacBook ist neben der internen Platte noch eine dicke externe Platte über Firewire angesteckt. Diese ist in zwei Partitionen aufgeteilt. Eine dient als Medium für Time Machine, also für Backups.
Die zweite Partition (Bezeichnung “extern”) ist für alles, was nicht gesichert werden muss und viel Platz braucht. Also VMware-Images, kurzfristige Auslagerungen, etc. Auf keinen Fall für Dinge, die nach einem Plattencrash vermisst werden!
Programme starten und das Dock
Falls ich ein Programm nicht oft bauche, starte ich es über Spotlight (unter Tiger hatte ich dafür noch Quicksilver im Einsatz). Einfach Command + Leertaste und den Programmnamen eingeben. Somit wird das Dock nicht unnötig lang.
Im Dock selbst, sind nur Programme enthalten die ich ständig brauche oder bei denen ich mit Drag & Drop arbeite. Warum auch immer, gibt es Anwendungen, die ich lieber über ein Icon starte und welche über Spotlight.
Im rechten Teil vom Dock habe ich noch einen Alias auf die Ordner Programme, Dokumente und Downloads gelegt. Hauptsächlich dafür, dass ich keine weiteren Icons auf dem Desktop dafür anlegen möchte und immer darauf Zugriff habe (auch wenn der Desktop durch ein Fenster verdeckt wird).
Einige Produktivitätsgurus empfehlen das Dock auszublenden. Damit komme ich allerdings nicht klar. Zumindest ist mein Dock auf fast die kleinste Größe eingestellt, damit es nicht unnötig Fläche verbraucht.
Organisations-Icons
Der Desktop selbst bleibt sauber. Dort lege ich nur kurz Daten ab. Screenshots oder frisch erstellte Dateien. Ich lagere die Dateien sozusagen nur kurz auf den Schreibtisch aus, um sie gleich zu verwenden und dann in einen anderen Ordner zu verschieben. Meine Regel: Nichts darf länger als 5 Minuten auf dem Desktop liegen.
Meine Organisations-Icons sind wohl der wichtigste Teil meines Desktops. Auf der linken Seite ist alles, was ich zur aktiven Arbeit brauche.
Es gibt vier Ordner: Inbox, Working, Sort, Uhaft
Die Abarbeitung ist von oben nach unten, also von Inbox nach Sort. UHaft hat eine Sonderstellung.
Inbox
Wie schon erwähnt, wandert bei mir nichts auf den Desktop, was dort länger als 5 Minuten gebraucht wird. Jede “Aufgabe” wird zuerst in der Inbox gesammelt. Innerhalb der Inbox gibt es keine Unterordner oder Hierarchien. Man könnte es als Warteraum für Dateien verstehen. Sobald ich etwas aus der Inbox bearbeiten möchte, wird es an einen anderen Ort verschoben.
Working
Im Normalfall landet alles von der Inbox in den Ordner Working. In diesem Ordner lege ich meistens noch Verzeichnisse für die aktuellen Projekte an. Während dem Redesign von schimana.net gab es einen Ordner z.B. den Ordner “schimana.net v2″. Alles was irgendwie zu dieser Aufgabe oder dem Projekt gehört, wird dann in diesem Ordner gesammelt.
Ist die Arbeit erledigt, wird diese archiviert oder gelöscht. Also entsprechend in ein Verzeichnis auf der Festplatte oder in den Papierkorb verschoben.
Sort
Oftmals muss ich das Archiv noch anlegen, möchte mehrere Tätigkeiten zusammenfassen oder habe keine Zeit für eine saubere Archivierung.
Deshalb habe ich den Ordner Sort. Ich bin fertig mit der Arbeit, bewege ich diese von Working in Sort. An einem Tag der Woche nehme ich mir dann Zeit, um die Objekte in Sort sauber zu archivieren.
Uhaft
In die Untersuchungshaft kommt alles, was von der Wichtigkeit zwischen “löschen” und “vielleicht doch noch ansehen” liegt. Mein Grundsatz zu diesem Ordner: Es darf jederzeit möglich sein den Inhalt zu löschen, ohne dem gelöschten Inhalt danach zu vermissen. Typischer Inhalt sind PDF, Whitepapers, Links. Den Ordner lösche ich unregelmäßig, je nach Anzahl der enthaltenen Objekte.
Es ist meine persönliche Mischung aus verschiedenen Produktivitätstipps und -systemen. Ob es für andere auch gut funktioniert kann ich nicht sagen. Probier es aus. Es dauert seine Zeit, bis man dem System treu bleibt. Dafür wird man mit mehr “Durchblick” belohnt.
Wie organisiert Du Deinen Desktop?
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Ich bin auch der Meinung, dass der Desktop kein Ablageplatz für Dateien und Ordner ist. Auf meinem Desktop befindet sich zur Zeit genau 1 Ordner -> mein Homedir.
Dort halte ich es ähnlich wie du:
~/home: persönliche Dateien verschiedenster Natur (Unterordner wie Documents, Blog, Bilder oder music)
~/incoming: neue Dateien, die noch nicht wirklich einsortiert sind. Werden nach einiger Zeit entweder gelöscht oder archiviert.
~/shared: Ein Ordner, der u.a. via NFS und SMB freigegeben ist. Wenn mal schnell was übers Netz ausgetauscht werden muss.
~/work: berufliche Dateien mit verschiedenen Unterordnern.
~/tmp: temporäre Dateien, die nur zum Testen gespeichert wurden oder zum einmaligen Gebrauch. Wird regelmäßig gelöscht.
Ein “ruhiges” Hintergrundbild halte ich auch für wichtig: Grün- und Blautöne dominieren bei mir.
Ansonsten gibt es keine weiteren Icons in der KDE Taskleiste, auf dem Desktop befinden sich noch Firefox und Thunderbird. Zusätzlich noch Amarok und K3B. Alles andere wird über die Konsole geregelt mithilfe von yakuake, das auf allen Workspaces vorhanden ist.
Hört sich gut an. Der einzige Grund, warum ich die Icons für Inbox und co. auf dem Desktop habe ist die Trennung zwischen “gerade bei der Bearbeitung” und “archiviert und fertig”. Wie das jeder für sich handhabt ist dann Geschmackssache.
Unter Linux habe ich auch viel mit Workspaces gearbeitet. Unter Mac (Leopard) gibt es jetzt Spaces. Muss mich erst wieder daran gewöhnen.
Eines hab ich ganz vergessen:
Ich verwende die Inbox z.T. auch für Bookmarks. Wenn ich etwas finde, was ich in Ruhe lesen möchte oder einen Beitrag darüber schreiben möchte, dann werfe ich die URL einfach in die Inbox. Beim Mac nimmt man dazu einfach das Favicon aus der URL-Zeile des Safaris und “wirft” es in den Ordner. Sollte bei Windows und Linux identisch funktionieren.
Wenn ich die URL “bearbeitet” habe, dann wird diese entweder als richtiges Bookmark im Browser abgelegt oder gelöscht.
Hi Tom!
Schön zu sehen, das dein Blog wieder existiert :) Muss sagen, das Logo oben erinnert mich gerade sehr stark an das Logo von Fedora Linux (installiert hier gerade auf dem Rechner neben mir ;).
Also mein Desktop ist meistens frei von Downloads etc. Ich schiebe fast alles immer in den Downloads Ordner von Leopard, da ist das ganze erst mal ausser Sicht.
Auf dem zweiten Monitor liegen keine Desktop Icons oder Widgets,
Spaces mag ich überhaupt nicht. Es stört mich regelrecht immer erst durch alle Monitore durchzuscrollen. Dann doch lieber einen realen zweiten Monitor und den direkt anschließen. Ist meiner Meinung nach effektiver.
Und Desktopwallpaper mag ich eher schlicht oder gute Naturaufnahmen :)
Zu Hause verwende ich auch die von Dir beschriebene Methode. Im Büro klappt es leider noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Da landet noch zuviel auf dem Desktop.
Hallo Tom,
gerne würde ich diesen aufgeräumten Schreibtisch ebenfalls einrichten – ich finde einfach nur nicht die Möglichkeit, dies unter MAC OS 10.5.6 so hinzubekommen. Bei mir wird einfach jedes Objekt, das ich öffne zwar geöffnet, aber gleichzeitig auf dem Schreibtisch abgelegt (dauerhaft).
Das sieht nicht nur schön aus – es ist auch lästig und durcheinander.
Wie schafft man es also, solche Unterordner wie Du anzulegen und die Dateien dort rein abzulegen ?
Danke und Gruß,
Christopher
Also so ganz verstehe ich das Problem nicht. Vielleicht hast Du es auch anders aufgefasst?
Ich lege die Ordner an und werfe (mittels Drag & Drop, also der Maus), dort einfach die Objekte rein, die ich nicht auf dem Desktop haben möchte. Automatisch passiert da nix.
Vergleichbar mit einem Ordner im Dateisystem, in dem ich Dinge reinkopiere. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Ordner habe ich einfach mit Rechtsklick und “Neuer Ordner” auf den Desktop angelegt. Downloads landen bei mir eh im Downloads-Ordner von OS X. Ich speichere Dinge auch oft auf dem Desktop. Wenn ich dann mit der Arbeit fertig bin, werfe ich die Datei einfach in einen der erstellten Ordner. Später gehe ich dann in diesen Ordner und öffne die Datei direkt von dort.
Vielleicht habe ich aber auch Deine Frage bzw. Dein Problem falsch verstanden.
Hallo Tom,
nein – wohl nicht. Ich dachte, es müsste (wie bei WINDOOF) ein Temporärverzeichnis oder Ordner geben, wo er all die Objekte erst mal AUTOMATISCH ablegt und NICHT auf dem Schreibtisch…
DAS würde echt helfen. Erst in einen Ordner und dann sortieren.
Es kann doch nicht sein, daß der MAC generell erst mal ALLES auf den Schreibtisch legt. Oder doch ?
Danke und Gruß,
Christopher
Für gewöhnlich legt der Mac die Dateien dahin ab, wo das Programm gerade zuletzt eine Datei geöffnet oder gespeichert hatte.
Was mich persönlich eher interessieren würde (und ich weiß, das es irgendwie auch geht): Wie kann man mit Folder Actions z.B. Dateien mit gleicher Dateiendung automatisch in Unterverzeichnisse verschieben?
Ein Beispiel:
Ich ziehe eine URL aus Safari in den Downloads Ordner im Dock, damit ich den Link später nochmal anschauen kann (mache ich lieber als Bookmarks). Damit mein Download Verzeichnis nicht mit .webloc Dateien überfüllt wird, würde ich gerne eine Folder Action haben (also eigentlich nur ein Automator Script für den Ordner), das automatisch diese .webloc Dateien in ein Unterverzeichnis URLs packt.
Ansonsten sortiere ich auch schon so manuell, wobei ich gerade Toms Bericht nochmal gelesen habe und die Idee mit den Farbigen Ordnern gar nicht mehr so schlecht finde ;)
Christopher, ich glaube das der Markus hier recht hat. Der Mac merkt sich das letzte Verzeichnis. Vielleicht bringst Du was durcheinander? An sich ist das bei Mac und bei Windows gleich. Nur das bei Windows sehr oft “Eigene Dateien” als Standard hinterlegt ist und dies immer schwer ist zu verändern.
Vielleicht schreibst Du noch paar Zeilen dazu. Evtl. kommen wir ja noch auf Dein Phänomen…
@Markus: Das sollte gehen. An sich wird nur ein Script benötigt, dass bestimmte Dateien in einen entsprechenden Ordner verschiebt. Dieses dann als Ordneraktion einrichten. Müsste aber auch erst genauer reinlesen, da ich das erst einmal gemacht hatte…
Aus aktuellem Anlass möchte ich in dem Zusammenhang auf die Software Hazel (http://www.noodlesoft.com/hazel.php) verweisen. Diese organisiert automatisch Dateien und kann so z.B. Bilder sofort in einen bestimmten Bilder-Ordner verschieben, sobald das Bild auf dem Desktop angelegt wurde.